METHODEN

Sind Ganzheitsmedizin und Wissenschaft Gegensätze? Oder ergänzen sich wissenschaftliche Erkenntnisse und die Erfahrungen der Ganzheitsmedizin zu neuen Möglichkeiten?

Wissenschaft schafft Wissen?
Wissenschaft braucht Grundannahmen (Paradigmen) unter denen sie funktioniren kann. Diese Paradigmen sind aber nicht immerwährend stabil. Vielmehr verändern sich die Paradigmen durch neue Einsichten und Erkenntnisse während der gesamten Menschheitsgeschichte. Das Einführen von neuen Paradigmen wird jedoch nicht durch überzeugen der Vorgeneration erreicht sondern durch "aussterben" der mentalen Dinosaurier. (Heisenberg)

Ganzheitsmedizin?
Oft zur Alternativ- oder (noch schlimmer) zur Additivmedizin degradiert beruht nach meinem Verstädnis auf naturheilkundlichen Beobachtungen und neuen Paradigmen deren Grundlagen aus anderen Wissenschaftsgebieten entspringen. Ganzheit bedeutet umfassend. Umfassend bedeutet möglichst alle Faktoren einer Krankheitsgeschichte zu erfassen. Sowohl den zeitlich-dynamischen Verlauf als auch die multifaktoriellen Parameter eines Krankheitsbildes zu erfassen bilden die Grundlage einer ganzheitlichen Behandlung. Ganzheitliche Behandlung muss daher auch den zeitlich-dynamisch Aspekt wie eine multifaktorielle Therapie beinhalten.

Naturheilkunde und Biologische Medizin
Viele Beobachtungen der Heilkunde in den verschiedensten Kulturen können heute mit wissenschaftlichen Methoden und modernen Messapparaten erklärt und sogar verfeinert werden. Z.B.: Die wissenschaftliche Erforschung der Akupunktur - die lange als unwissenschaftlicher Humbug abgetan wurde und von unwissenden z.T. heute noch wird - , hat in den letzten Jahrzehnten wesentlich zu der Erkenntnis beigetragen das hinter noch so irritierenden Berichten der Naturheilkunde oft biologische Vorgänge stecken die erst mit den verfeinerten Methoden einer modernen Messtechnik und Wissenschaft aufgedeckt werden konnten.

Paradigmenwechsel
Neue Paradigmen sind als Basis dieses Denkens und Handelns unerläßlich.
Moderne Biologie, Physik und Chemie haben längst die Erkenntnisse von z.B.: Kybernetik, Systemtheorie und Fraktraler Mathematik integriert. In der Medizin fehlt jedoch die Integration dieses wichtigen Wissens fast zur Gänze. Kybernetik, Systhemtheorie, Fraktale Mathematik und Chaostheorie beschreiben den Menschen als offenes, dynamisches Systemen von kybernetischen Regelkreisen mit hoher Redundanz und dissipativ.

Dr. Peter-Kurt Österreicher, M.Sc.
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